• Di 15 09 2020 – Di 18 05 2021 •
Geister, Spuren, Echos: ARBEITEN IN SCHICHTEN


Arbeit produziert nicht nur Güter, sondern auch Land, Gemeinschaften, Biographien, Vermächtnisse, Handlungen, Sehnsüchte und Werte. Die Ortschaften in Köln und im Ruhrgebiet sind bekannt für ihre Geschichte der Industrialisierung, der massiven Urbanisierung, der De-Industrialisierung und dann der Revitalisierung der Industrieflächen und der Architektur durch Dienstleistungsindustrien und Kreativwirtschaft. Entsprechend wurde die Kulturgeschichte der Region, durch Migration, demographische Pluralität, Widerstand der Bevölkerung und postindustrielle Melancholie geprägt. Dazwischen gibt es vergessene, verschleierte, übersehene und marginalisierte Anteile, die ausgegraben und wieder eingefordert werden wollen.

„In der Mythologie der Akan aus Ghana gibt es einen Vogel. Er heißt Sankofa. Er fliegt in die Zukunft, aber mit dem Kopf in Richtung Vergangenheit gerichtet. Und er tut dies, damit er sich ein Gefühl davon verschaffen kann, wo er in der Zukunft landen soll.“ (Fatou Kandé Senghor, Filmemacherin)

Geister, Spuren, Echos: Arbeiten in Schichten ist ein Kunst-Forschungsprojekt zu Neben-Geschichtserzählungen rund um Phänomene der Arbeit in Köln und im Ruhrgebiet im späten 20. Jahrhundert, sowie zu neu aufkommenden Fragen der Arbeit in der Zeit der aktuellen Pandemie. Es bringt die Geister, Spuren und Echos der vergangenen Jahrzehnte in die Realitäten und Erfahrungen von heute, um Vorstellungen von der Zukunft zu entwerfen.

Das Projekt umfasst Forschungen, künstlerische Produktionen, Archivinitiativen, Gespräche, Ausstellungen, Führungen und Workshops. Es wird in Zusammenarbeit mit lokalen Geschichtsinitiativen, einem Industriemuseum, nichtstaatlichen Archiven und kollektiven Erinnerungsprojekten, sowie mit einer Reihe von Künstler*innen und Sozialwissenschaftler*innen realisiert. Das Projekt wird sich in verschiedenen Ebenen, Schicht für Schicht, entfalten – in Anlehnung an den Rhythmus der industriellen Produktion vergangener Jahre, von September 2020 bis März 2021.