Soft Opening

• Fr 29 01 2021 / 14:00 – 21:00 •
Geister, Spuren, ECHOS: Arbeiten in Schichten


von ALINE BENECKE mit FASIA JANSEN ENSEMBLE
kuratiert von EVA BUSCH, MADHUSREE DUTTA
Darf man etwa nicht so egozentrisch sein und seine Erfahrungen für sich behalten? Diasporisches Erinnern an Fasia Jansen.

Im dritten Teil der Ausstellung lädt die Metapher des Echos ein, ausgehend von der Person Fasia Jansen (1929-1997) als Künstlerin im Arbeitskampf ihre künstlerisch-aktivistische Praxis nachhallen zu lassen. Die Künstlerin Aline Benecke studierte mit dem neu gegründeten Fasia Jansen Ensemble einige ihrer Lieder ein. Anliegen war es, die Stücke in einem mehrheitlich Schwarz positionierten Chor wieder zur Aufführung zu bringen. Dabei stand sie im engen Austausch mit der Geschichts- und Kulturwissenschaftlerin Nicola Lauré al-Samarai, die in der Vergangenheit immer wieder zu Fasia Jansens Biographie gearbeitet hat.

Als politische Liedermacherin und Aktivistin begleitete Fasia Jansen zahlreiche Arbeitskämpfe der 1970er – 1990er-Jahre. Von ihrer Wahlheimat Oberhausen aus beteiligte sie sich an Protesten der Fraueninitiative in Hattingen, der Heinze Frauen in Gelsenkirchen, bei Hoesch in Dortmund, oder auch dem Kampf um das Stahlwerk in Duisburg Rheinhausen. Durch ihre Mobilität als politisch engagierte Künstlerin gelang es ihr, verschiedene Kämpfe im Ruhrgebiet und darüber hinaus zu verbinden und politische Beziehungsgeflechte zu stärken. In vorherrschenden Erzählungen der Arbeitskämpfe wird ihre wichtige Rolle kaum angemessen gewürdigt – trotz Erinnerungspraktiken, die insbesondere regionale Frauengruppen entwickelt haben. Darunter fällt die Einrichtung des Fasia Jansen Archivs in Oberhausen, das seit ihrem Tod von einigen ihrer Wegbegleiterinnen betreut wird, sowie das Internationale Frauen-Friedensarchiv Fasia Jansen. Eine andere Aufmerksamkeit bekommt sie in verschiedenen Darstellungen zur Geschichte Schwarzer Menschen in Deutschland, etwa der Ausstellung Homestory Deutschland.

Beneckes Zugang baut auf einer langjährigen Auseinandersetzung mit Körpern als Archiven auf, insbesondere der Verkörperung alltäglicher Erinnerungspraktiken als Form diasporischen Wissens. Die Sänger:innen und Performer:innen des Fasia Jansen Ensembles (Aischa Abdirahman, Feben Amara, Yemisi Babatola, Melanie Erzuah, Jocelina Fatouma Ndimbalan, Felicia Angélique Hilgert, Doude, Ezgi Özcan) haben sich im People of Colour Community Chor kennengelernt, der unter der Leitung von Dr. Dr. Daniele G. Daude wöchentlich in Berlin probt.
Die Arbeit mit dem Fasia Jansen Ensemble ist eine Form des sich in Beziehung Setzens: Ein Tribut an eine außergewöhnliche Schwarze deutsche Biographie, aber auch eine Künstlerin, die sich mit ihrer Arbeit in den Dienst eines politischen Kampfs gegen Ausbeutung, Kapital, Faschismus und Unterdrückung gestellt hat. Widerstand ist hier nicht zuletzt, wie auch bei Fasia Jansen, der Enthusiasmus beim (gemeinsamen) Singen. In Schwarzer Tradition ruft das Ensemble mit Musik und Gesang Fasia Jansen auf und lädt sie in diasporische Räume ein. Für die Ausstellung entstand ein Film, der das Fasia Jansen Ensemble beim Singen vor klassizistischer Kulisse zeigt. Es entfaltet sich eine Choreographie, die Undurchdringlichkeit, Black Joy und 'Fasianismus', diasporische Fotografietraditionen und afrofuturistische Referenzen zusammenbringt.

Umsetzung: Aline Benecke mit Fasia Jansen Ensemble
Künstlerische Konzeption und Regie: Aline Benecke
Dramaturgie: Nicola Lauré al-Samarai
Performance und Gesang: Fasia Jansen Ensemble
Chorleitung/ Musikalische Leitung: Melanie Erzuah
Kostüme: Aline Benecke, Nancy Naser Al Deen
Choreographie: Maque Pereyra
Ton: Azadeh Zandieh
Kamera: Nadja Krüger, Kornelia Kugler
Schnitt: Kornelia Kugler
Dank an: Tina Campt, Dr. Dr. Daniele Daude, Flutgraben e.V., Fasia Jansen Stiftung

Öffnungszeiten: Fr–So | 14:00–19:00
Ort: Academyspace, Herwarthstraße 3, 50672 Köln
Freier Eintritt

Wir freuen uns, Sie bald als Besucher*in der Ausstellung Geister, Spuren, Echos: Arbeiten in Schichten begrüßen zu dürfen. Bitte beachten Sie, dass zu Ihrem, unserem und dem Schutz anderer Besucher*innen die Einhaltung der allgemeinen Hygieneregeln und insbesondere das Tragen einer Mund- und Nasenmaske bei einem Besuch verbindlich sind. Bei Fragen können Sie uns unter +49 (0)221 337748 92 kontaktieren.

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