Vorankündigung

• Di 18 – Mi 19 04 2017 •
The Extreme Centre Symposium


Ein Symposium über die Zukunft der Politik in populistischen Zeiten

Di 18 04 2017
17:30 mit ÁGNES HELLER, SREĆKO HORVAT, SASKIA SASSEN
21:00 Performance von MICHAEL PORTNOY

Mi 19 04 2017
18:00 mit TARIQ ALI, ANDREAS SPEIT, TERESA FORCADES I VILA
21:00 Performance von LAIBACH

Ein seismischer Schock, gepaart mit Angst, hat die politische Landschaft weltweit ergriffen. Seit der Präsidentschaftswahl in den USA und dem geplanten Ausstieg Großbritanniens aus der EU sind populistische Positionen, die bisher vage an den demokratischen Rändern lauerten, plötzlich mehrheitsfähig geworden. Am Horizont erscheint nicht nur ein möglicher Zerfall der EU sondern ein weltweiter Siegeszug autoritärer Systeme. Propaganda, Hassreden, Angriffe auf Minderheiten gehören plötzlich wieder zum Alltag. Droht mit dem Einzug rechtsnationaler Positionen in den Mainstream ein neuer Faschismus? Oder drohen verschiedene Varianten faschistoider Herrschaft in je unterschiedlicher nationaler Färbung, ob in Europa oder in den USA?

Die Konferenz greift den Titel eines kürzlich erschienenen Buches des britischen Historikers Tariq Ali auf. Fast scheint es, als ob der Kapitalismus die Demokratie nicht mehr braucht. An die Stelle einstmals verlässlicher politischer Kategorien wie „links“ und „rechts“ tritt die „extreme Mitte“ – ein neoliberaler Konsens, der sich, so Ali, vor allem durch den willfährigen Dienst am Markt auszeichnet.

Begehen die westlichen Demokratien gerade politischen Selbstmord, indem sie sich rechtsnationale Positionen immer mehr aneignen? Was bedeuten die Besorgnis erregenden Entwicklungen für Politik, Gesellschaft und Kultur? Welche Argumente können die Infamie erfundener „Fakten“ eindämmen und eine politische Rhetorik, die verbürgte demokratische Spielregeln missachtet, argumentativ entlarven? Wo lassen sich wirtschaftliche und politische Lösungsansätze finden, und wie sehen sie aus?

Weltbekannte Soziologen, Philosophen, Theoretiker und Aktivisten treffen sich Ende April in Köln zu einer zweitägigen Konferenz, um diese Fragen zu diskutieren. Als Teilnehmer zugesagt haben die ungarische Philosophin Ágnes Heller, der kroatische Philosoph und Aktivist Srećko Horvat und die US-amerikanische Soziologin Saskia Sassen für den 18 04 2017 sowie der britisch-pakistanische Historiker und Autor Tariq Ali, die spanische Ärtzin und Theologin Teresa Forcades i Vila und der deutsche Journalist und Buchautor Andreas Speit für den 19 04 2017. Das Symposium wird in Kooperation mit Universitäten aus der Region ein intensives studentisches Rahmenprogramm mit Workshops und Diskussionen anbieten. Hierfür schreibt die Akademie der Künste der Welt einen EU-weiten Open Call aus.

Ort: Volksbühne am Rudolfplatz, Köln
Karten: Symposium jeweils 8 € / 5 € (ermäßigt)
Die Performance von Michael Portnoy ist im Preis inkludiert. Laibach Performance 28 € im VVK und 30 € an der AK; jeweils inkl. VVK-Gebühren

In englischer und deutscher Sprache