Filmvorführung und Gespräch

• Mi 04 10 2017 •
The Dig Jan Peter Hammer

The Dig, 21'55", 2017, in bulgarischer Sprache mit englischen Untertiteln

19:30

Ort: Filmclub 813 in der BRÜCKE, Hahnenstraße 6, 50667 Köln
7 €
Online-Vorverkauf ab dem 12. September 2017 unter www.filmfestival.cologne
Anschließendes Gespräch mit dem Filmemacher in englischer Sprache

Gefördert durch die Senatsverwaltung für Kultur und Europa, Berlin

In Kooperation mit dem Film Festival Cologne

Jan Peter Hammers Video The Dig ist Bestandteil seines fortlaufenden Forschungsprojekts The Art of War und befasst sich mit dem illegalen Handel von Kulturschätzen in Bulgariens Nordwesten. Die Region, die bereits im Paläolithikum besiedelt war, befindet sich seit dem Niedergang des Sozialismus in einer tiefen wirtschaftlichen Misere. Die Stahlwerke aus der Sowjetära sind verfallen, Fabriken stehen leer. Die frühgeschichtlichen Grabhügel in der Nähe eines verlassenen Raumfahrtzentrums sind übersät mit Löchern, die Grabräuber hinterlassen haben. Hammer besucht die archäologische Grabungsstätte Telish und zeigt ein 6500 Jahre altes Artefakt, das auch ein außerirdisches Raumschiff sein könnte. Hier wird deutlich: Die Zukunft ist entweder kommunistisch oder es wird sie nicht geben – höchstens eine sich dahinschleppende Gegenwart, geprägt vom Ungleichgewicht der Mächte, von Ausbeutung und Militarismus. Die Artefakte aus der Vergangenheit wirken modern und futuristisch, weil unsere blutleere Vorstellungskraft nicht mehr dazu in der Lage ist, kollektive Geschichte zu begreifen. Im Anschluss findet eine Diskussion zwischen Jan Peter Hammer und der Kunsthistorikerin SUSANNE LEEB statt.

Der Künstler und Filmemacher Jan Peter Hammer (*1970 in Kirchheim unter Teck) lebt und arbeitet in Berlin. Seine Werke wurden international gezeigt, darunter The Beast and the Sovereign im MACBA, Barcelona & Württembergischer Kunstverein, Stuttgart (2015); Toys Redux – On Play and Critique im Migros Museum, Zürich; Without Reality There Is No Utopia, CAAC – Centro Andaluz de Arte Contemporaneo, Sevilla (2011).