Vortrag

• Do 26 10 2017 •
Phantompolitik in Palästina-Israel: Von der doppelten Negation zur doppelten Auslöschung Joshua Simon

21:00

Ort: King Georg, Sudermanstraße 2, 50670 Köln
3 €
Einlass: 20:00
In englischer Sprache

In seinem Vortrag untersucht der Kurator und Theoretiker Joshua Simon verschiedene Ursachen für den derzeitigen Stillstand in Israel. Die aktuelle Situation ist einzigartig für das Regime, das mit der Besetzung der palästinensischen Gebiete etabliert wurde. Gleichzeitig veranschaulicht und radikalisiert die derzeitige Situation verschiedene Merkmale zeitgenössischer Modelle von Herrschaft, die insbesondere seit 2001 und dem Beginn des Kriegs gegen den Terror weltweit anzutreffen sind. In seinem Vortrag analysiert Joshua Simon eines dieser Modelle – den Mechanismus der verstärkten inneren Widersprüche. Die verschiedenen Negationen, die die israelisch-palästinensische Situation ausmachen, scheinen einander aufzuheben. Auf diese Weise wird es möglich, dass alles beim Alten bleibt, und das offenbar für immer. Diese angespannte, sich selbst aufhebende politische Realität wird hier als eine Form der Hyper-Neutralität vorgestellt, deren Wiederholungen und Paradoxa die Bedingungen eines verstärkten Stillstands zu diktieren scheinen.

Joshua Simon (*1979 in Tel Aviv-Jaffa, Israel) ist Leiter und Chefkurator der MoBY-Museen von Bat Yam. Er ist Autor des Buches Neomaterialism (Sternberg Press, 2013), und er schreibt unter anderem für Springerin, Frieze, Afterall, Modern Painters und das e-flux journal. Simon beteiligt sich am Forschungsprojekt der Akademie der Künste der Welt, Perverse Decolonization. Er lebt in Tel Aviv-Jaffa.