Symposium

• Sa 16 11 2019 / 11:00 – 22:00 •
Hotspots: Migration und Meer


Konzipiert von NANNA HEIDENREICH

Mit AMEL ALZAKOUT, HEBA Y. AMIN, MANUELA BOJADŽIJEV, AYESHA HAMEED, STEFAN HELMREICH, BERND KASPAREK, MERLE KRÖGER, NATALIE LETTENEWITSCH, SIMON NOORI und einem Text von HELMUT HÖGE


Hotspots werden in der Geologie als ‚heiße Flecken‘ auf der Erdoberfläche verstanden, die vulkanische Aktivität zeigen. Mittlerweile kennt der Gebrauch des Wortes, das mit Brennpunkt übersetzt werden kann und Räume der Verdichtung meint, kaum mehr Grenzen: als Buzzword für Sammlungsstellen migrantischer Fluchtbewegungen, als WLAN-Bereich von Telekommunikationsfirmen, als Szenetreffpunkt, als gefährdetes Zentrum von Biodiversität.

In dem nicht-akademischen Symposium Hotspots: Migration und Meer, konzipiert und organisiert von Medienkulturwissenschaftlerin und Kuratorin Nanna Heidenreich, geht es um Dringlichkeiten, Ablagerungen und Verflüssigungen. Der titelgebende Begriff erlaubt dabei das Nachdenken über die aktuellen Farben des blauen Planeten zusammenzuführen. Denn die Weltmeere sind selbst Hotspots geopolitischer Aktualität geworden, in denen sich verschiedene Interessen vermischen: ökonomische, militärische, biologische, menschliche, philosophische.

Auf einem Panel diskutieren Manuela Bojadžijev, Vize-Direktorin des Berliner Instituts für empirische Integrations- und Migrationsforschung und der Mathematiker und Kulturanthropologe Bernd Kasparek, der das Web-Portal bordermonitoring.eu mitbetreibt, das Aktivitäten an der EU-Außengrenze dokumentiert. In diesem Gespräch geht es unter anderem um die Logiken von Biometrie und Logistik sowie um migrantische Hotspots an den Rändern Europas, die als Teststrecken für eine großflächige Erfassung und Vermessung von Menschen dienen. Die Künstlerin Heba Y. Amin, die in einer ihrer Arbeiten megalomanische Pläne zur Umleitung des Mittelmeers visualisiert hat, gehört ebenso zu den Eingeladenen wie die Filmemacherin Amel Alzakout, die zusammen mit der Autorin Merle Kröger Ausschnitte aus ihrem Dokumentarfilm Purple Sea zeigen wird. Der Film basiert auf dem Material, das Amel Alzakout bei ihrer eigenen Flucht über das Mittelmeer in einem kenternden Boot gedreht hat. Weitere Teilnehmer*innen sind die Filmwissenschaftlerin Natalie Lettenewitsch, die zu (Unter-)Wasserbildern im Kino forscht, der Anthropologe Stefan Helmreich, der mit seinem Buch Alien Ocean Ausflüge in die mikrobischen Bereiche der Tiefsee unternommen hat, und Ayesha Hameed, die sich über das Hören dem Thema des Symposiums nähert. Der Autor Helmut Höge steuert mit Blick auf das Konzept der Biodiversität zoologische Perspektiven bei.


11:00-22:00
Einlass jederzeit möglich
Tageskasse: 3€ - 10€
Sprache: Englisch
Ort: Alte Feuerwache Köln / Bühne, Melchiorstraße 3, 50670 Köln


11:00
    Begrüßung und Einleitung
    Nanna Heidenreich
11:30
    Lecture Performance
    BLACK ATLANTIS: RETROGRADE FUTURISM
    Ayesha Hameed
12:20
    Filmvorführungen
    THE SEA IS MEMORY
    Natalie Lettenewitsch
14:30 – 15:20
    Vortrag
    THE COLOR OF SATURATED SEA
    Stefan Helmreich
15:45 – 16:30
    Filmvorführungen
    THE SEA IS A SMOOTH AND STRIATED SPACE
    Natalie Lettenewitsch
16:30
    Paneldiskussion
    HOTSPOTS / LOGISTICS / BIOMETRICS: PERSPECTIVES IN
    CRITICAL MIGRATION STUDIES
    Manuela Bojadžijev, Bernd Kasparek, Simon Noori
19:30
    Gespräch
    HOW COULD THE SEA TURN PURPLE?
    Amel Alzakout, Merle Kröger
20:30
    Lecture Performance
    OPERATION SUNKEN SEA
    Heba Y. Amin