Ausstellung

• Sa 04 04 – So 05 07 2020 •
Gwangju Lessons


Aufgrund der aktuellen Umstände im Zusammenhang mit dem Coronavirus (COVID-19) muss Gwangju Lessons zum jetzigen Zeitpunkt abgesagt werden. Über die weiteren Entwicklungen halten wir Sie hier auf der ADKDW-Website sowie über die Social-Media-Kanäle auf dem Laufenden.


von CHRISTIAN NYAMPETA featuring SONGDAM HONG, 5·18 ARCHIVES, ANOTHER ROADMAP SCHOOL AFRICAN CLUSTER, THE 2020 COHORT OF DRAWING AND CONTEMPORARY PRACTICE III AT WITS SCHOOL OF ART
kuratiert von BINNA CHOI

In bewegten Zeiten wie diesen stellt sich Kunstproduzent*innen immer aufs Neue die Frage, wie künstlerisches Engagement aussehen kann. In der Ausstellung Gwangju Lessons nimmt Kuratorin und Akademiemitglied Binna Choi den Aufstand der Demokratiebewegung in Gwangju, Südkorea von 1980 – bekannt als 18. Mai Gwangju Demokratiebewegung, 5·18 oder Gwangju-Aufstand – und die daraus entstandene Gwangju People’s Art School (1983-86) zum Anlass, um über Inhalte und Strategien politisch-künstlerischer Interventionen neu nachzudenken. Gerade im Hinblick auf die weltweiten Protestbewegungen der letzten Jahre, aber auch in Anbetracht wiedererstarkender autokratischer Herrschaftsformen hat ein solches Vorhaben dringende Relevanz.

In Reaktion auf das Trauma der von der Militärjunta gewaltsam niedergeschlagenen Demokratiebewegung gründete eine Gruppe um den Künstler Songdam Hong die People’s Art School. Die Schule war ein Ort, an dem in einem für alle offenen kreativen Rahmen demokratisches Denken und Handeln erprobt wurde, ohne dabei neue Hierarchien aufzubauen. Künstlerische Verfahren sollten Gemeinschaft stiften und die gemeinsame Annäherung an neue Gesellschaftsideale unterstützen. Das zentrale künstlerische Verfahren war der Holzschnitt, der auch außerhalb der Kurse zur Herstellung von Flugblättern und Transparenten genutzt werden konnte. Insofern wurde Gemeinschaftsbildung und Selbstorganisation immer auch als Form von Selbstermächtigung verstanden.

In der Ausstellung Gwangju Lessons nimmt der ruandisch-niederländische Künstler Christian Nyampeta die Erinnerung an den Gwangju-Aufstand und die People’s Art School zum Ausgangpunkt seiner künstlerischen Reflexion. Dabei stellt er einen Dialog zwischen den Holzschnittarbeiten, die in der People’s Art School entstanden waren, und Materialien aus dem Archiv des 18. Mai her, um die vielstimmige Gemeinschaft, die Geschichte des Aufstands und der Schule erfahrbar zu machen. Gleichzeitig ergänzt er dieses historische Material um Erzählungen, die den Gwangju-Aufstand in einen globalen Kontext setzen – als ein Ereignis, das uns im Hier und Jetzt etwas angeht. Nyampeta setzt die aufgeworfenen Fragen und die Auseinandersetzung mit den historischen Quellen in einen künstlerischen Ausdruck um. Sein interdisziplinäres Schaffen in den Feldern der Kunst, Industriedesign und Kunsttheorie folgt der Fragestellung, wie Menschen, die in konfliktreiche Zusammenhänge eingebunden sind, zusammenleben können.


Öffnungszeiten: Fr–So | 14:00-19:00
Freier Eintritt
Ort: Academyspace, Herwarthstr. 3, 50672 Köln

Gwangju Lessons wird veranstaltet von der Akademie der Künste der Welt und der Gwangju Biennale Foundation und wird gefördert von der Kunststiftung NRW; mit Unterstützung von Casco Art Institute: Working for the Commons.

Gwangju Lessons ist Teil des MaytoDay, einem Sonderausstellungsprogramm der Gwangju Metropolitan City und der Gwangju Biennale Foundation zum Gedenken an den 40. Jahrestag des Gwangju-Aufstands. MaytoDay ist eine Kooperation der Gwangju Biennale Foundation, 5.18 Archives, 518 Foundation, Akademie der Künste der Welt (Köln), Art Sonje Center und Seoul Hall of Urbanism and Architecture (Seoul), ex ESMA (Buenos Aires) und Kuandu Museum of Fine Arts (Taipeh).