Online Workshop

• Di 10 – Do 12 11 2020 / 17:00 – 19:00 •
Art Workers Commons


Aufgrund der aktuellen Regularien der Landesregierung Nordrhein-Westfalen zur Eindämmung des Coronoavirus (COVID-19) findet der Workshop online statt.


mit ARTS OF THE WORKING CLASS

In einem mehrtägigen Workshop vom 10 11 – 12 11 2020 widmet sich Arts of the Working Class (Alina Kolar, María Inés Plaza Lazo, Pauł Sochacki) dem Kunstsektor als Arbeitswelt. Gerade im Laufe der aktuellen Covid-19-Pandemie haben sich die Abgründe und Bedrohungen in diesem besonders prekarisierten Bereich noch verschärft.

Unter dem Diktat der sogenannten Kunstwelt sind die wahnwitzigsten, luxuriösesten und rücksichtslosesten Arbeitsbedingungen entstanden. Im Rahmen des Workshops wird recherchiert, wie Konkurrenz und individueller Erfolg als Leitprinzipien der Kunst- und Diskursproduktion ersetzt werden können durch Solidarität und Formen des Miteinanders. Ziel ist es, die Gründung und Weiterentwicklung einer ‚union des refusés‘ zu diskutieren und voranzutreiben.

Dieser Wunsch nach einer Gewerkschaft für Kunstarbeiter*innen geht zurück auf frühere Vorstellungen von Öffentlichkeit und Kollektivität in den Künsten, im Sinne einer marxistischen Idee von Gesellschaft. Entstanden im 19. Jahrhundert, haben die ‚Salons des Refusés‘ in Frankreich wie auch die Kunstvereine in Deutschland den Weg bereitet für die Interessensgemeinschaften der internationalen Moderne im 20. Jahrhundert. Arts of the Working Class greift diese Erfahrungen von Gemeinschaft auf, um eine Gewerkschaft zu gründen, die auf gegenseitige Hilfe und Unterstützung abzielt – entwickelt zusammen mit internationalen Künstler*innen und Denker*innen, Expert*innen und Dilettant*innen. Kunstarbeiter*innen weltweit sind eingeladen, ihre Privilegien und Sorgen zu teilen – innerhalb einer non-profit-for-profit-Organisation für emotionalen, politischen und finanziellen Austausch, die kapitalistische Zwänge und Muster hinter sich lassen will.

Es war geplant, als Abschluss des Workshops die Ergebnisse in Köln zu präsentieren und die dreizehnte Ausgabe der globalen Straßenzeitung Arts of the Working Class bei einem Launch in der Ebertplatzpassage zu veröffentlichen. Diese Veranstaltung muss aufgrund der aktuellen Lage verschoben werden.

Ort: Academyspace, Herwarthstr. 3, 50672 Köln
Deutsch | Englisch
Eintritt frei
Anmeldung unter produktion(@)adkdw.org
Inputmaterial und Zoom-Link folgen per E-Mail nach Anmeldung.

Tag 1

Di, 10 11 2020 / 17:00–19:00 CET
Aesthetics
In dieser ersten Session wollen wir Kategorien bestimmen um die 'union des refusés' miteinander zu verhandeln. Die Werkzeuge, die wir als Kunstarbeiter*innen und als Gesellschaft benötigen, um solidarisch einen für Kunst und Gemeinschaft fruchtbaren Arbeits- und Lebensraum zu schaffen, werden hier definiert.

Tag 2

Mi, 11 11 2020 / 17:00–19:00 CET
Emotions
Das Konzept von ‚Fürsorge‘ und ‚Verantwortung‘ muss neu gedacht werden. An diesem Tag sollen politische notwendige Veränderungen für eine solidarische Kunstwelt formuliert werden. Wo fangen wir an, uns um andere, und uns selbst, zu kümmern?

Tag 3

Do, 12 11 2020 / 17:00–19:00 CET
Currencies
Demokratie bedeutet, jedenfalls innerhalb der kreativen Gesellschaft der Art Workers Internationale, sich der Klassenfrage anzunehmen. An diesem Tag widmen wir uns bürokratischen Abläufen und ökonomischen Alternativen für eine soziale, gerechte Arbeitswelt der Kunst.

Wir lesen, hören und diskutieren Texte und online-Vorträge von Aaron Bastani, Angela Davis, David Graeber, Audre Lorde, Ingo Niermann, Legacy Russell, Astra Taylor, Cassie Thornton u.a. Eine genaue Liste folgt per E-mail nach deiner Anmeldung.