Vortrag und Diskussion

• Mo 09 05 2016 •
Die Falte: Diasporische Intimitäten in postkolonialen Sphären Nikos Papastergiadis

19:00
Ort: ACADEMYSPACE, Herwarthstraße 3, 50672 Köln
Freier Eintritt
In englischer Sprache

„An was sind wir gefesselt? Und von was werden wir ergriffen?“ Die Philosophin Judith Butler plädiert mit diesen Fragen dafür, dass Körper Gewicht haben; genauer gesagt, Körper materialisieren sich durch die Performativität eines sowohl einschränkenden als auch zwingenden normativen Diskurses. Diasporische Kunst ermöglicht es uns, die Erschaffung von Kultur als sowohl eingeschränkten als auch uneingeschränkten Prozess zu betrachten, in dem der Ort Gewicht hat bzw. sich materialisiert, und zwar nicht in ausschließlich lokaler oder ausschließlich globaler Hinsicht, sondern als fortlaufende Beziehung zwischen lokalen und globalen Vorstellungen von Raum. Diasporische Künstler sind an normative lokale und kulturelle Rahmenbedingungen gebunden, aber sie werden auch dazu bewegt, diese regelmäßig durch andere kulturelle Zeichen zu durchbrechen und auf den Kopf zu stellen, und das in noch stärkerem Maße in einem zunehmend transnationalen Umfeld. Dieser Vortrag erkundet den Begriff des ästhetischen Kosmopolitismus und betrachtet das Entstehen eines vielschichtigen Ortes als kreativen Prozess – einen Prozess, der nicht nur repräsentativ oder dialogisch ist und niemals weder komplett staatlich noch gänzlich staatenlos. 

Nikos Papastergiadis ist Professor an der School of Culture and Communication der University of Melbourne. Zuletzt erschien sein Buch Cosmopolitanism and Culture (Polity, 2012).