Filmvorführung und Gespräch

• Do 16 06 2016 •
Fußball postkolonial?

19:00
Ort: ACADEMYSPACE, Herwarthstraße 3, 50672 Köln
Freier Eintritt

Der Ort: Yaoundé, Kamerun. Das Jahr: 2014. Die Nationalmannschaften Deutschlands und Frankreichs begegnen sich auf dem Fußballfeld. Aber Moment mal: Warum sind alle Spieler schwarz? Ist das die Wiederholung eines einhundert Jahre zurückliegenden Krieges zwischen Deutschland und Frankreich, der nicht nur in Europa, sondern auch in Kamerun geführt wurde, mit einheimischen Soldaten stellvertretend für die Kolonialherren? Diese provokative Reinszenierung (mit dem Titel Nebensaison) des Berliner Künstlers Philip Kojo Metz wirft komplexe Fragen auf. Ist Fußball die Fortsetzung von Politik mit anderen Mitteln? Wer hat den Ball? Wer kontrolliert das Spiel? Der Film geht Rassenstereotypen und Vorurteilen auf den Grund sowie der angeblich epigonenhaften Nebendarstellerrolle nicht-europäischer Kultur vor dem Hintergrund weißer Vorherrschaft auf der weltpolitischen Bühne und ihrer proklamierten (aber nie erreichten) Umkehrung im Sport und seit Neuestem in der Kunst. PHILIP KOJO METZ diskutiert diese Themen mit NADJA OFUATEY-ALAZARD und BEN KAUFMANN.

Philip Kojo Metz ist ein Konzeptkünstler aus Berlin, der sich Themen mit Bezug zu Identität, Geschichte und dem Verhältnis moderner Kulturen zueinander widmet. Er nutzt unterschiedliche Medien wie Fotografie, Malerei, Skulptur, Objekte, Video und Performance. Seine Arbeiten wurden zuletzt in der NGBK in Berlin, der Cité in Paris, der Kunsthalle München sowie der Haverford College Philadelphia ausgestellt.