Vortrag

• Fr 07 10 2016 •
Hoffnung und Gewalt: Zukunftsentwürfe unter Geflüchteten Arjun Appadurai

19:00

Ort: Stadtgarten, Venloer Straße 40, 50672 Köln
Kombiticket für Arjun Appadurai und Uriel Barthélémi: 8 €, ermäßigt 5 €
Einlass 18:30
In englischer Sprache

Geflüchtete werden oft nur als Produkte ihrer Vergangenheit wahrgenommen, ihrer Flucht vor Leid, Unterdrückung und Angst, Kriegen, politischer Verfolgung und wirtschaftlicher Not. Die Fähigkeit, nach einem besseren Leben zu streben, zu hoffen, zu träumen oder eigene Vorstellungen zu entwickeln („capacity to aspire“), wird ihnen in der Regel nicht zugeschrieben. Versuchen sie, diese Fähigkeit aber doch einzusetzen, insbesondere auf ihren neuen und schwierigen Reisen, müssen sie sich oft gegen die Gewalt von Grenzen, Polizei und der feindlich gesonnenen einheimischen Bevölkerung behaupten. Der unsichere Weg in ein neues Land ohne die nötigen Papiere ist bei allen Geflüchteten mit einem inneren Kampf zwischen einer vagen Hoffnung und den Realitäten von Angst, Unsicherheit und Überwachung verbunden. Diesen inneren Kampf untersucht der renommierte Denker Arjun Appadurai in seinem Vortrag.

Arjun Appadurai ist Goddard-Professor für Medien, Kultur und Kommunikation an der New York University. Er ist Autor zahlreicher Bücher und wissenschaftlicher Artikel, darunter Die Geographie des Zorns (Suhrkamp 2009) und Modernity at Large (University of Minnesota Press). Appadurais jüngstes Buch The Future as a Cultural Fact erschien 2013 bei Verso.