Vortragsreihe mit Diskussionen

• Fr 25 03 – Sa 31 12 2022 •
Über Gewalt


kuratiert von MAX JORGE HINDERER CRUZ, MARGARITA TSOMOU

Während historische, hegemoniale und repressive Formen von Gewalt immer mehr in den Mittelpunkt laufender Debatten rücken – ob zu kolonialen Kontinuitäten, zu Strukturen des Patriarchats oder des zeitgenössischen Kapitalismus –, werden auch Akte des Widerstands zunehmend als gewalttätig identifiziert und dadurch delegitimiert: ‚Cancel culture‘, ‚Political Correctness-Polizei‘ oder ‚Denkmal-Schädigung‘ sind nur einige der dazugehörenden polemisch zugespitzten Kampfbegriffe.

Doch was gilt als legitim und was als illegitim? Ab wann ist es zulässig, gegen sexistische, rassistische, extraktivistische oder ökonomische Gewaltformen Gegengewalt auszuüben? In der gemeinsamen Diskursreihe Über Gewalt beginnen die Akademie der Künste der Welt (ADKDW) und das HAU Hebbel am Ufer eine Auseinandersetzung mit heutigen Ausdrucksformen von Herrschaft, Dominanz, Kontrolle, Diskriminierung oder körperlicher Verfügung.

Über Gewalt geht der Frage nach, was es bedeutet, zu Beginn des 21. Jahrhunderts über Gewalt zu sprechen, während nach den Verbindungen der verschiedenen Formen ihrer Materialisierung gesucht wird. In einer Reihe von Vorträgen und Gesprächen werden sichtbare und unsichtbare, institutionelle und strukturelle Formen von Gewalt diskutiert und Begriffe wie Selbstverteidigung, antikoloniale Gewalt, revolutionäre Gewalt, Hassrede oder symbolische Gewalt thematisiert.

Dabei ist das Format der Reihe dreigeteilt: namhafte Denker*innen halten einen Online-Vortrag im Rahmen des Dekolonialen Studienprogramms (DSP) der ADKDW. Anschließend wird der Vortrag in einer Live-Veranstaltung vor Publikum im HAU1 und auf adkdw.org diskutiert und später in Buchform veröffentlicht. Es moderieren die Kurator*innen der Reihe Max Jorge Hinderer Cruz (ADKDW) und Margarita Tsomou (HAU). Um die Inhalte der Vortragsreihe durch gemeinsame Lektüre und Diskussion zu vertiefen, lädt die ADKDW alle Interessierten außerdem zu einer Reading Group ein.

Eine Kooperation von Akademie der Künste der Welt (ADKDW) und HAU Hebbel am Ufer. Gefördert durch das Bündnis internationaler Produktionshäuser aus Mitteln der Beauftragen der Bundesregierung für Kultur und Medien.